Diese Geschichte hat mein Vater erzählt, der sie live und in Farbe (als betroffener) erlebt hat.
Mitte/Ende der 50er Jahre haben meine Eltern in der Gegend um Hasseldieksdamm gewohnt. Mein Vater fuhr zu der Zeit einen sog. VW-Bus (oä, war ja selbst noch nicht dabei). Die Straßen dort waren, vorsichtig ausgedrückt, schlecht. Nach jedem Regenschauer (und Kieler wissen, daß wir diese häufiger haben...) ist er mit seinem Fahrzeug an einer besonders schlechten Stelle im Russeer Weg steckengeblieben. Ein (damals noch) ansässiger Bauer hat ihn dann freundlicherweise mit seinem Trecker aus dem (im wahrsten Sinne des Wortes) Schlamassel rausgezogen. Irgendwann hatten beide der Faxen dicke und haben einen Brief an die Stadt Kiel geschrieben, mit der Bitte, doch mal was gegen diesen Zustand zu unternehmen. Die Stadt hat sofort reagiert (sage noch mal jemand, unsere Stadtväter würden schlafen...): Sie ließ ein Schild aufstellen: "Schlechte Straße" ;-)
Kielius, dem hiervon berichtet wurde, erzählte diese Geschichte in seiner "Kieler Chronik" (Kieler Nachrichten vom ??.??.195?) und kommentierte sie mit den Worten: "Nun sind wir alle Schizophren. Mit dem Schiet tofreden." :-)